Stallweihnacht Litschau 2024

im Stall bei den Pferden war Weihnachten besonders greifbar:


Der Weihnachts-Text zum Nachlesen:

Ich komme zur Krippe. Und begegne dem Kind. Was wird aus unserer Begegnung?

Was kann ich dem Kind bieten? Bin ich bereit das Kind überhaupt aufzunehmen. Schaffe ich das?

Oft quälen mich die Gedanken, dass ich einer von den Menschen bin, der hindert, dass Gott in diese Welt wirken kann. Ich habe so viel Unruhe – Termine, Sorgen. So oft vergesse ich um mich selbst gut zu kümmern. Vielleicht besser, wenn das Christkind fern von mir bleibt, weil ich zu wenig Zeit habe um gut um ihn zu kümmern. Heute Abend ja, aber damit ist schon genug. Und doch bin ich heute da. Vor der Krippe. Und es geschieht etwas: Das Kind sucht in mir die Ruhe und die Geborgenheit. Ich merke, ich bin nicht nur der erwachsene Mensch, der geht und geht und sorgt und eilt und leistet und erreicht und alles erledigt und müde ist.

Ich kann doch dem Kind etwas Besseres bieten als nur meine Unruhe, oder? Ich muss doch nicht ihn in der kalten, hölzernen Krippe auf das Stroh lassen?

Stall ist gut für die Tiere und gut für uns, wenn wir dort arbeiten oder um die Tiere kümmern, aber für das Leben brauchen wir als Menschen mehr – Wärme, Geborgenheit, wohltuende Ruhe in unserem Zuhause.

Bald gehen wir alle nach Hause.  Wo bleibt das Christkind? Im Stall? In der hölzernen Krippe? Oder haben wir ihm doch etwas Besseres zu bieten – unser Herz. Das Herz, das weicher als das Holz ist, das anschmiegsamer als das Stroh und wärmer als der Stall ist. Das Herz, dass tagtäglich übt ein zuhause für uns selbst zu sein – vielleicht kann es auch das Christkind in uns erkennen, umsorgen und lieben. Das Kind in uns. Das Christkind. Die Kleine Ich, Der kleine Du. Das Christkind. Wir wissen nicht, was das alles wirklich ist. Aber es fühlt sich sehr besonders an, als wäre da mehr Verbindung zwischen uns und dem Kind, als wir das dachten. Der Heilige Abend. Die Ruhe, die wir nicht begreifen können. Gott so nahe! Gott als unser Zuhause. Und wir als das Zuhause für Gott. Und so viele Fragen an uns selbst:  Werden wir dieses Kind trösten können, wenn es weint? Auch das Christkind weint, weil er Mensch ist. Auch er braucht uns, die trösten und beruhigen können, die ein Zuhause bieten, die Geborgenheit schenken, die Liebe geben können. Dem Kind. Dem Christkind. Dem Kind in uns. Dieser Welt, die so oft weint.

Nehmt das Christkind heute mit. Lasst das Bedürftige, das Zarte, das Wehrlose, das Zerbrechliche, das Verletzliche nicht im Stall oder sonst irgendwo in der Welt weit weg von euch. Nehmt es mit. Nehmt es auf! Nehmt es mit nach Hause. In das warme Wohnzimmer in dem das Geschirr noch auf dem Tisch geblieben ist und Geschenkpapiere rumherumliegen. Gott braucht kein Perfektes Zuhause, aber das Herz, das warm ist und in dem man Geborgen sich fühlt. Amen.

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Predigt vom 9. Febr. 2025

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Weihnachts Rückblick